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30. AIDS-Covid Hepatitis Forum

Vier Jahrzehnte Fortschritt in der HIV-Therapie

Das 30. AIDS-Covid Hepatitis Forum im Kemperhof, einem Standort des Gemeinschaftsklinikums Mittelrhein in Koblenz, fand auch in diesem Jahr in Kooperation mit der LZG statt. Mit dem Initiator des Forums, Dr. med. Ansgar Rieke, Chefarzt der Inneren Medizin, Nephrologie und Infektiologie im Kemperhof, verbindet die LZG seit vielen Jahren eine enge Zusammenarbeit.

Wie das Gemeinschaftsklinikum Mittelrhein in seiner Pressemitteilung zum Forum berichtet, stand die Jubiläumsveranstaltung im Zeichen des bevorstehenden Ruhestands von Dr. Rieke. Seit vier Jahrzehnten setzt er sich für die Versorgung von Menschen mit HIV und AIDS und für eine bessere gesellschaftliche Aufklärung über die Erkrankung ein. Am Kemperhof baute er mit seinem Team die Immunologische Ambulanz auf und begleitete die Entwicklung der HIV-Medizin von einer Zeit, in der eine Infektion für viele Betroffene mit schwerer Erkrankung, geringer Lebenserwartung und gesellschaftlicher Ausgrenzung verbunden war, bis zu den heutigen hochwirksamen Behandlungsmöglichkeiten. 2021 wurde die Infektiologie als Schwerpunkt der Inneren Medizin anerkannt. Rieke gehörte zu den ersten Ärzten in Deutschland mit der entsprechenden Schwerpunktbezeichnung. Oberbürgermeister David Langner würdigte beim Forum dieses langjährige Engagement.

Beeindruckende Entwicklung der HIV-Behandlung

Welche Fortschritte die HIV-Therapie in dieser Zeit gemacht hat, verdeutlichte Prof. Dr. med. Christoph Boesecke vom Universitätsklinikum Bonn, der zum Jahresende die Nachfolge von Dr. Rieke antreten wird. Nach den beim Forum vorgestellten Zahlen leben in Deutschland rund 98.000 Menschen mit HIV. 98 Prozent der diagnostizierten Menschen haben Zugang zu einer Therapie, 97 Prozent werden erfolgreich behandelt. Eine HIV-Infektion ist heute bei wirksamer Behandlung in der Regel eine gut therapierbare chronische Erkrankung, und Betroffene können eine normale Lebenserwartung erreichen.

Während die tägliche Einnahme von Medikamenten den Umgang mit HIV bereits grundlegend verändert hat, arbeitet die Forschung an Behandlungen mit immer längeren Einnahmeintervallen. Boesecke berichtete von Entwicklungen hin zu einer Tablette pro Woche und von Forschungsansätzen, die künftig noch deutlich seltenere Einnahmen ermöglichen könnten.

Großes Interesse und breite Themenpalette

Insgesamt neun Referierende beleuchteten beim 30. Forum aktuelle medizinische und gesellschaftliche Entwicklungen. Neben HIV und weiteren Infektionskrankheiten ging es unter anderem um Geriatrie, Onkologie und Tropenmedizin, die Folgen der Klimakrise für das Gesundheitswesen sowie neurodegenerative Erkrankungen. Eine Podiumsdiskussion zur Vereinbarkeit von Familie und Beruf schloss das Programm ab. Der Saal des Kemperhof war bei der Jubiäumsveranstaltung prall gefüllt, viele Gäste waren zudem online zugeschaltet.

Die vollständige Pressemitteilung des Gemeinschaftsklinikums Mittelrhein zum 30. AIDS-Covid Hepatitis Forum mit weiteren Informationen zu den Vorträgen und zur Veranstaltung kann hier heruntergeladen werden.

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