Mehr Mobilität und Selbstständigkeit: Fahrradprojekt für Frauen im Wormser Nordend erfolgreich abgeschlossen
Konzentrierter Blick, vorbildliches Anhalten am Stoppschild und danach ein kräftiger Tritt in die Pedale – eine Frau mittleren Alters steuert nach der dritten Runde auf der asphaltierten Bahn des Verkehrserziehungsgartens Worms mit ihrem Fahrrad zielsicher die Pausenstation an und wirkt glücklich. Wie 16 andere Frauen mit Flucht- und Migrationserfahrung hat sie in den Herbstferien täglich unter qualifizierter Anleitung das Radfahren erlernt.
Am letzten Kurstag steht sie mit den anderen Frauen in einer kleinen Feierstunde zusammen und erhält unter Applaus ihr Teilnahmezertifikat. Anerkennung bekommt sie nicht nur von den übrigen Teilnehmerinnen, sondern auch von den Vertreterinnen und Vertretern der Wormser Einrichtungen, die durch ihr Engagement den Fahrradkurs ermöglicht haben.
Ein Vorbild macht Schule
Die Idee entstand im Rahmen des Programms „teamw()rk für Gesundheit und Arbeit“, das gemeinsam mit dem Jobcenter Worms und der Agentur für Arbeit Worms gesundheitsfördernde Angebote für erwerbslose Menschen auf den Weg bringt. Anregung lieferte ein ähnlicher Kurs für Frauen mit Flucht- und Migrationserfahrung in Neuwied, der auf große Resonanz stieß.
Warum sollte sich ein solches Angebot nicht auch in Worms umsetzen lassen? Bei der Auftaktveranstaltung im April im Jobcenter für Arbeitsmarktintegration Worms wurde die Projektidee verschiedenen Wormser Einrichtungen vorgestellt. Anschließend bildete sich eine Arbeitsgruppe, die den Kurs vorbereitete. Neben praktischen Fahrübungen sollte das Angebot Verkehrskunde sowie Workshops zu Erster Hilfe und Fahrrad-Reparatur umfassen.
Viele Partner bringen die Räder ins Rollen
Für den Kurs stellten das Jobcenter, das Fundbüro der Stadt Worms und der ASB gebrauchte Damenfahrräder zur Verfügung. Die verkehrssichere Aufbereitung übernahm das Radhaus der Lebenshilfe Worms. Der Startschuss fiel am 23. September 2026 mit einem Erste-Hilfe-Workshop des DRK, das zudem Erste Hilfe-Taschen spendete. Über das Jobcenter, den ASB und BIWAQ – Grüne Schiene Worms konnten sämtliche Kursplätze belegt werden.
Den Praxisteil in den Herbstferien gestaltete der ADFC Worms e.V. Die Ehrenamtlichen des Vereins entwickelten die Inhalte der Übungstage und stellten vier Trainerinnen zur Verfügung, verstärkt durch eine Mitarbeiterin des ASB. Die Verkehrswacht Worms e. V. ermöglichte die Nutzung ihres Verkehrserziehungsgartens, der gute Bedingungen für sicheres Üben bot.
Zu den weiteren Unterstützern zählen das Stadtteilbüro Nordend der Caritas Worms, der Landessportbund und das Mehrgenerationenhaus / Haus der Familie Worms. Letzteres ermöglicht den Frauen, anschließend über den Kurs hinaus zusammenzukommen. Auch das Quartiersmanagement Soziale Stadt – Grüne Schiene Worms unterstützte das Projekt. Aus dem zugehörigen Quartiersfonds konnte die Aufbereitung der Fahrräder finanziert werden.
Gemeinsam den Erfolg feiern
Bei der Abschlussfeier mit den Teilnehmerinnen und den Vertreterinnen und Vertretern der beteiligten Einrichtungen würdigten Peter Englert, Dezernent der Stadt Worms, und Markus Holzmann, stellvertretender Leiter des Jobcenters für Arbeitsmarktintegration Worms, durch ihre Anwesenheit die Bedeutung des Projekts. Die rund 40 Gäste genossen ein Buffet mit Spezialitäten aus den Herkunftsländern der Frauen, die sich auf diesem Weg bei den Verantwortlichen bedankten.
Während die Feierstunde ausklang, drehten einige Frauen mit ihren Fahrrädern noch eine Übungsrunde. Das Projekt hat dazu beigetragen, die Mobilität von Frauen zu erweitern und ihre Selbstbestimmung und gesellschaftliche Teilhabe zu stärken. Sein erfolgreicher Abschluss gibt einen Anstoß für weitere Projekte dieser Art in Worms.
Mit „teamw()rk“ zu mehr Wohlbefinden
Gesetzliche Krankenkassen, das Jobcenter für Arbeitsmarktintegration Worms und die Agentur für Arbeit Worms arbeiten seit 2018 erfolgreich im Programm „teamw()rk für Gesundheit und Arbeit“ zusammen. Von Erwerbslosigkeit betroffene Menschen mit kostenfreien und freiwilligen gesundheitsfördernden Angeboten für das Thema Gesundheit zu sensibilisieren, ist eines der gemeinsamen Ziele. Das Programm ist neben Worms an weiteren 20 Standorten im Bundesland aktiv.
Informationen zum Programm „teamw()rk für Gesundheit und Arbeit“ in Rheinland-Pfalz, das im Auftrag des GKV-Bündnisses für Gesundheit von der Koordinierungsstelle Gesundheitliche Chancengleichheit (KGC) in Trägerschaft der Landeszentrale für Gesundheitsförderung in Rheinland-Pfalz e.V. (LZG) koordiniert wird, sind zu finden unter: www.lzg-rlp.de/de/gesundheit-und-erwerbslosigkeit.html
Bei Rückfragen steht der zu zuständige Programm-Referent zur Verfügung:
Thorsten Berschuck
E-Mail tberschuck@lzg-rlp.de
Telefon 06131 206986
Bildbeschreibung: Teilnehmerinnen des Fahrradkurses und Vertreterinnen und Vertreter der am Projekt beteiligten Einrichtungen
V.i.S.d.P. Susanne Herbel-Hilgert, Geschäftsführerin der LZG
Kontakt
Birgit Kahl-Rüther
06131 2069-15
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